14th July 2015

sometimes it is impossible to take pictures of refugees´ faces.

but what always seems unbelievable to me is how people can walk so much. It is hard to understand for me. here on lesvos they are being sent from camp to camp and you can see them walk everywhere.

there had been a law that you could be accused of smuggling if you gave them a lift. In my first day on 9th July I went to a trial concering exactly that. of course the woman was being found innocent. she could prove that she didn´t do it for money. people say the law has been withdrawn. still however taxis wouldn´t take refugees because they do it for money obviously and could be sued. It is absurd.

so. they walk.

sometimes they strand at molyvos or mantamados which is both in the north. they have to go to the port police to get a registration. therefore they walk approximately 14 hours.

I randomly started taking pictures of their feet.


14. Juli 2015

Manchmal ist es nicht möglich Bilder von Flüchtlingen zu machen.

Aber was mir häufig unglaublich scheint, ist, dass Menschen so unvorstellbar viel laufen. Hier auf Lesbos werden sie von Camp zu Camp geschickt und man sieht sie ständig über die Insel wandern.

Es wurde ein Gesetz gemacht, das besagt, dass man sie nicht per Anhalter mitnehmen darf, da man sonst der Schlepperei beschuldigt werden kann. Am 9. Juli, an meinem ersten Tag auf der Insel, war ich bei einem öffentlichen Gerichtsverfahren wegen genau diesem Gesetz. Selbstverständlich wurde die junge Frau freigesprochen, weil sie beweisen konnte, dass sie kein Geld für den Transport bekommen hatte.

Man sagt, das Gesetz wurde zurückgezogen. Dennoch werden Taxis die Flüchtlinge nicht mitnehmen, weil sie bekommen ja Geld dafür. Es ist lächerlich.

Also laufen sie.

Manche kommen mit den Booten bei Molyvos oder Mantamados, was beides im Norden liegt. In der Regel müssen sie zu einem Polizeipunkt am Hafen um registriert zu werden. Dafür müssen sie ungefähr 14 Stunden über die Insel laufen.

Ich habe angefangen von Zeit zu Zeit Bilder von ihren Füßen statt ihren Gesichtern zu machen.

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